Donnerstag, 29. november 2007
Das Wort Poesie (von gr. ποίησις
poiesis, „Erschaffung“) bezeichnet zum einen das Feld der poetischen, mit Kunstfertigkeit, so die ursprüngliche Bedeutung, verfaßten Werke, zum anderen eine ihnen gemeinsame
Qualität.
In ersterer Bedeutung machte das Wort im 19. Jahrhundert im
wissenschaftlichen Diskurs dem Sprechen über Literatur
Platz. Die "poetischen Werke" wurden die "literarischen", ihre "Poetizität" (ihre poetische
Qualität) wurde "Literarizität", so die parallelen Wortschöpfungen des Prozesses. Als Textgruppe lässt sich seit dem 19. Jahrhundert fast nur noch die nun
neugefasste Lyrik als "Poesie" bezeichnen. Die Tendenz wird vom internationalen Sprachgebrauch nicht unterstützt. So steht etwa im Englischen der Begriff "Poetry" nach wie vor für alle bekannten Formen von
Dichtung: "epic", "heroic-epic", "mock-heroic", "comic-anecdotal", "narrative", "purely narrative", um nur einige Beispiele zu nennen, die vom deutschen Wort "Lyrik" nicht oder nur schlecht
erfasst werden. Das deutsche Wort "Poesie" zog sich hingegen, begriffsgeschichtlich gesehen, vom Oberbegriff für die poetischen Gattungen in
die Nische undefinierter Kleingattungen zurück, als das Sprechen von "Literatur" das alte Sprechen von "Poesie" verdrängte.
In der zweiten Bedeutung lebt das Wort in einem übertragenen Sprechen fort, das die Ästhetik eines Momentes und die von ihr
ausgehende Wirkung auf den Wahrnehmenden berührt. Man kann sich von der "Poesie eines Bildes (einer Situation, eines Augenblicks, einer stillen Handlung, eines Filmes) erfasst" zeigen. Das Wort
bedeutet hier zumeist so viel wie die Beteuerung, man könne das, was einen da besonders berührt, schwerlich in Worte fassen, so zart, fein, still, kaum wahrnehmbar und darum kaum aussagbar sei es
- ein Gedicht (so die heimliche Aussage) könne allenfalls (der gewöhnlichen sprachlichen Aussage hier überlegen) noch erahnbar machen, was jetzt das Besondere, einen Erfassende ist. Mit anderen
Worten: Im deutschen Sprachgebrauch näherte sich "Poesie" immer mehr dem, was einmal mit Kitsch bezeichnet wurde. Gegen diese sich auch in Frankreich abzeichnende Gefahr lief der Surrealismus Sturm. André Breton sprach von der "Poesie des Alltags", Paul Éluard von "beabsichtigter" und "unbeabsichtigter" Poesie, Jacques Prévert zog das rätselhaft
werdende Alltägliche im Gegenzug in die Poesie. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die Surrealisten sich in diesen Texten als Lichtbringer hinstellen, als ob große Dichter nicht schon zu allen
Zeiten vom "Alltäglichen" und ihren Gefühlen dazu gesprochen hätten.
von Sebastian Klaus
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Donnerstag, 29. november 2007
Lyrik oder lyrische Poesie, deren Name von dem griech. Saiteninstrument Lyra (s.d.) entlehnt ist, heißt diejenige Gattung
der Poesie, die zum unmittelbaren Ausdruck des subjektiven Gefühlslebens einer Person oder eines Kreises dient. Es ist nicht zu bezweifeln, daß L. infolgedessen Ausgangspunkt aller Poesie war. Die
Beobachtung der Naturvölker lehrt, daß lyrische Gesänge, verbunden mit Musik und Tanz, die älteste poet. Produktion bilden, und dazu stimmt auch bei den Indogermanen das hohe Alter ihrer hymnischen
Dichtungen (Rigveda). Die Schnadahüpfl des bayr. Gebirges, die auch von Gesang und Sprüngen begleitet sind, mögen ein Bild einfachster L. geben. Die Verbindung mit dem Tanz hat sich längst, die mit
der Musik noch bis heute nur zum Teil gelöst; in ältern [422] Zeiten war der Lyriker zugleich Komponist und Dichter, und das Volks- und Gesellschaftslied ist bis jetzt ohne Gesang undenkbar, ein
recitiertes lyrisches Gedicht ist im Grunde nicht viel besser als ein Lesedrama. Die früher herrschende Ansicht, das Epos, das die Begebenheiten der Außenwelt meldet, sei älter als die L., beruhte
auf der sehr begreiflichen Thatsache, daß die Mehrzahl unserer ältesten Dichtungen Epen sind; subjektive Eingebungen des Moments schrieb man eben nicht auf, während das Epos schon als Vertreter der
Geschichte und durch seinen Umfang die Aufzeichnung begünstigte.
Unter den Gattungen der L. unterscheidet man im Anschluß an die antike Terminologie die kunstvoll ausgestaltete, meist dem Gottesdienst
geweihte Hymne, die feierliche Ode, die frei dahinstürmende Dithyrambe, die Reflexion und Gefühlsleben verbindende Elegie, dann das einfachere Lied (s.d.), das geistlich und weltlich, für Chor
und für Einzelne bestimmt sein kann. Dagegen ist es nicht richtig, wenn man das Epigramm, die Epistel, das Lehrgedicht und ähnliche rein gedankliche Dichtungen zur L. rechnet.
von Sebastian Klaus
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Montag, 26. november 2007
Herzlich willkommen auf meinem Blog. Auf den folgenden Zeilen und Seiten möchte ich Ihnen einen Einblick gewähren, in das Denken eines Menschen, der immer wieder auf's
Neue versucht mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.
Sollten Sie sich dazu veranlasst fühlen, so kontaktieren Sie mich einfach. Ich bin froh um jegliche konstruktive Kritik und natürlich noch froher um einen kleinen Zuspruch oder gar ein Lob.
Alles in allem wünsche ich Ihnen viel Spaß bei dem Durchstöbern meines Blogs.
von Sebastian Klaus
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