Kurzgeschichten

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  • : Sebastian Klaus
  • sebastianklaus
  • : männlich
  • : 17.07.1985
  • : Deutschland Hessen 63526 Langendiebach Erlensee
  • : Lesen Schreiben Politik Literatur Musik hören
  • : "Über mich selbst" möchte ich an dieser Stelle nur ungern sprechen, da jegliches Wort zu meiner Person ohnehin zu sehr vom Zeitpunkt der Niederschrift abhängig ist. Vielmehr sollten Sie sich die Zeit nehmen, die Bloginhalte zu studieren, um mehr über die Person Sebastian Klaus zu erfahren.

Eckdaten

  • : 26.11.2007
  • : I blog my mind
  • sebastianklaus
  • : Dieser Blog soll dazu dienen, unabhängig meine Gedankengänge und -orientierung zu sortieren und darzustellen. In erster Linie für mich selbst, jedoch sind alle natürlich herzlich zum Stöbern eingeladen.
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Donnerstag, 29. november 2007
Das Wort Poesie (von gr. ποίησις poiesis, „Erschaffung“) bezeichnet zum einen das Feld der poetischen, mit Kunstfertigkeit, so die ursprüngliche Bedeutung, verfaßten Werke, zum anderen eine ihnen gemeinsame Qualität.

In ersterer Bedeutung machte das Wort im 19. Jahrhundert im wissenschaftlichen Diskurs dem Sprechen über Literatur Platz. Die "poetischen Werke" wurden die "literarischen", ihre "Poetizität" (ihre poetische Qualität) wurde "Literarizität", so die parallelen Wortschöpfungen des Prozesses. Als Textgruppe lässt sich seit dem 19. Jahrhundert fast nur noch die nun neugefasste Lyrik als "Poesie" bezeichnen. Die Tendenz wird vom internationalen Sprachgebrauch nicht unterstützt. So steht etwa im Englischen der Begriff "Poetry" nach wie vor für alle bekannten Formen von Dichtung: "epic", "heroic-epic", "mock-heroic", "comic-anecdotal", "narrative", "purely narrative", um nur einige Beispiele zu nennen, die vom deutschen Wort "Lyrik" nicht oder nur schlecht erfasst werden. Das deutsche Wort "Poesie" zog sich hingegen, begriffsgeschichtlich gesehen, vom Oberbegriff für die poetischen Gattungen in die Nische undefinierter Kleingattungen zurück, als das Sprechen von "Literatur" das alte Sprechen von "Poesie" verdrängte.

In der zweiten Bedeutung lebt das Wort in einem übertragenen Sprechen fort, das die Ästhetik eines Momentes und die von ihr ausgehende Wirkung auf den Wahrnehmenden berührt. Man kann sich von der "Poesie eines Bildes (einer Situation, eines Augenblicks, einer stillen Handlung, eines Filmes) erfasst" zeigen. Das Wort bedeutet hier zumeist so viel wie die Beteuerung, man könne das, was einen da besonders berührt, schwerlich in Worte fassen, so zart, fein, still, kaum wahrnehmbar und darum kaum aussagbar sei es - ein Gedicht (so die heimliche Aussage) könne allenfalls (der gewöhnlichen sprachlichen Aussage hier überlegen) noch erahnbar machen, was jetzt das Besondere, einen Erfassende ist. Mit anderen Worten: Im deutschen Sprachgebrauch näherte sich "Poesie" immer mehr dem, was einmal mit Kitsch bezeichnet wurde. Gegen diese sich auch in Frankreich abzeichnende Gefahr lief der Surrealismus Sturm. André Breton sprach von der "Poesie des Alltags", Paul Éluard von "beabsichtigter" und "unbeabsichtigter" Poesie, Jacques Prévert zog das rätselhaft werdende Alltägliche im Gegenzug in die Poesie. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die Surrealisten sich in diesen Texten als Lichtbringer hinstellen, als ob große Dichter nicht schon zu allen Zeiten vom "Alltäglichen" und ihren Gefühlen dazu gesprochen hätten.

von Sebastian Klaus
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