Kurzgeschichten

Profil

  • : Sebastian Klaus
  • sebastianklaus
  • : männlich
  • : 17.07.1985
  • : Deutschland Hessen 63526 Langendiebach Erlensee
  • : Lesen Schreiben Politik Literatur Musik hören
  • : "Über mich selbst" möchte ich an dieser Stelle nur ungern sprechen, da jegliches Wort zu meiner Person ohnehin zu sehr vom Zeitpunkt der Niederschrift abhängig ist. Vielmehr sollten Sie sich die Zeit nehmen, die Bloginhalte zu studieren, um mehr über die Person Sebastian Klaus zu erfahren.

Eckdaten

  • : 26.11.2007
  • : I blog my mind
  • sebastianklaus
  • : Dieser Blog soll dazu dienen, unabhängig meine Gedankengänge und -orientierung zu sortieren und darzustellen. In erster Linie für mich selbst, jedoch sind alle natürlich herzlich zum Stöbern eingeladen.
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Geschöpf

Letztens, da schaut' ich aus dem Fenster raus,
Hoch droben war's, in meinem Haus,
Da sah ich laufen, rennen, ja gar hetzen,
In, in dunkler Farb' gehalt'nen Fetzen,
Dein Antlitz rasch im Mondenschein.
Es biss sich tief ins Herz hinein.

Ich schaute dir nach, hoffte dich zu nun öfter seh'n,
Mochtest du noch Stunden später,
Oder Tage, oder Wochen,
Mir nicht aus den Sinnen geh'n.
So fühlt' ich mich, mir gegenüber,
Wie ein gottverdammter Seins-Verräter,
Der Ausschau hält nach laufend Knochen,
Tagelang und sogar Wochen.

Fürwahr, vergingen Tage, der Zahl unbemessen,
Fürwahr, hatte ich dich nie vergessen,
Da ging ich raus in die Natur,
Suchte von dir irgend Spur -
Die fand ich auch, ich mocht's kaum glauben,
Es sollte mir die Sinne rauben.

Mein lieblich Kind, du saßest dort,
Zwischen Bäumen, Käfern, an dunklem Ort
Und weder Angst noch Bang, die trieben fort,
Das Wesen von solch einzigart'ger Sort'.

Ich sah dich an.
Kleines Geschöpf.
Ich nahm deine Hand.
Kleines Geschöpf.
Ich führte dich zu mir nach Haus.
Kleines Geschöpf.

"Mein lieblich Kind, ich liebe dich;
Deine Hatz erblickend, verliebt' ich mich,
Schon lange fesselt's mich und drängt,
Weshalb ein Mädchen, wie du, so schön,
Sich durch der Städte Halden zwängt",
sprach ich dich an.

Herz am rasen, Augen aufgerissen,
Die Wangen rot, das Lächeln matt,
So hast du alsbald vor mir gesessen,
In der Art, wie's der Wahnsinn nur hat.

Ich sah dich an.
Kleines Geschöpf.
Ich nahm deine Hand.
Kleines Geschöpf.
Ich führte dich ins Schlafgemach.
Kleines Geschöpf.

"Mein lieblich Kind, ich liebe dich;
Dein Zittern erblickend, verliebt' ich mich,
Schon lange fesselt's mich und drängt,
Weshalb ein Mädchen, wie du so rein,
Sich durch der Sünden Hallen zwängt",
sprach ich dich an - schloss ich dich ein.

Fürwahr, vergingen Tage, der Zahl unbemessen,
Fürwahr, hatte ich es nie vergessen,
Da ging ich raus in die Natur,
Fand eine heiße, herbe Spur -
Ich nahm dich mit, ich möcht's kaum glauben -
Immer weiter will es mir die Sinne rauben.

Letztens, da schaut' ich durch das Türchen rein,
Auf dem Bettchen lagst du, so allein;
Ich sah dich atmen, winseln und auch schwitzen,
Deine Augen voll Tränen, sie sollten toll blitzen.
Dein Antlitz rasch im Kerzenschein,
Zog mich zu dir ins Gemach hinein.

Herz am rasen, Augen geschlossen,
Die Wangen so bleich, das Lächeln scheint tot,
So fühlt ich mich dir leicht verschossen,
In der Art, wie's der Wahnsinn sonst nur bot.

Ich sah dich an.
Kleines Geschöpf.
Ich nahm deine Hand.
Kleines Geschöpf.
Ich bette dich in Kissen und Decke.
Kleines Geschöpf.

"Mein lieblich Kind, ich liebe dich;
Deinen Körper entdeckend, verliebt' ich mich,
Schon lange fesselt's mich und drängt,
Weshalb ein Wesen, wie du so klein,
Sich in der Riesen Reiche zwängt",
sprach ich dich an - wollte enger bei dir sein.

Fürwahr, vergingen Tage, der Zahl unbemessen,
Fürwahr, hatte ich es nie vergessen,
Da blickte ich auf vertrautes Bett,
Fand eine Schönheit, so lieblich und nett -
Ich fühle deine Haut, ich möcht's kaum glauben,
Nur im Kopfe noch, da fliegen sie: Schmetterlinge, Friedenstauben.
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